Verkaufen ohne Makler
So verkaufen Sie Ihr Haus ohne Makler in Deutschland
In Deutschland kann man sein Haus ohne Makler verkaufen, jedoch ist ein Notar gesetzlich vorgeschrieben: Der Kaufvertrag muss beurkundet werden, und der Notar übernimmt die Vertragsgestaltung sowie die Eintragung im Grundbuch. Außerdem ist ein gültiger Energieausweis erforderlich, und der Käufer zahlt die Grunderwerbsteuer.
Was hier anders ist
Was beim Verkauf in Deutschland anders ist
- Verkauf in Eigenregie
- Der Verkauf ohne Makler ist erlaubt und spart die Provision, die seit der Reform von 2020 zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt wird. Die zentrale Hürde ist der Notar: Nach § 311b BGB ist ein Immobilienkauf in Deutschland rechtlich unwirksam, wenn er nicht vor einem Notar beurkundet wird, der den Vertrag vorliest und die Grundbucheintragung veranlasst. Das kostet Zeit und Gebühren, doch sobald Sie den Notar engagiert und Ihre Unterlagen zusammengestellt haben, ist der weitere Verlauf verfahrensmäßig unkompliziert. Behandeln Sie alles vorher als unverbindliche Verhandlung.
- Pflichtfachkraft
- Notar (verpflichtend). Pflichtperson. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch muss ein Grundstückskaufvertrag notariell beurkundet werden. Der Notar entwirft den Kaufvertrag, verliest ihn und veranlasst die Eintragung im Grundbuch. Ein Makler ist hingegen optional.
- Grundbuch
- Grundbuch. Das vom zuständigen Amtsgericht geführte Liegenschaftsregister. Der Eigentumsübergang wird erst mit der Eintragung im Grundbuch wirksam, die der Notar veranlasst.
- Energieausweis
- Energieausweis. Ein gültiger Energieausweis muss potenziellen Käufern bei Besichtigungen vorgelegt und beim Verkauf ausgehändigt werden, so schreibt es das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor.
- Wie lokale Vorschriften ineinandergreifen
- Land > Bundesland > Stadt
Der Ablauf
Ihr Haus in Deutschland verkaufen, Schritt für Schritt
- Energieausweis besorgen. Lassen Sie einen gültigen Energieausweis erstellen, bevor Sie die Immobilie inserieren, und geben Sie seine Kernwerte im Inserat an. Sie müssen das Original bei jeder Besichtigung vorlegen und es beim Verkauf übergeben. Wer keinen gültigen Ausweis vorlegt, dem droht nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ein Bußgeld von bis zu 15.000 EUR. Ein Verbrauchsausweis kostet rund 100 bis 300 Euro; der ausführlichere Bedarfsausweis, der für die meisten älteren, nicht modernisierten Einfamilienhäuser vorgeschrieben ist, kann die Gesamtkosten auf rund 500 Euro erhöhen. Bestellen Sie ihn bei einem zertifizierten Energieberater.
- Unterlagen zusammenstellen. Beantragen Sie einen aktuellen Grundbuchauszug und stellen Sie Grundrisse, den Energieausweis sowie eine etwaige Baugenehmigung zusammen. Bei einer Eigentumswohnung kommen die Teilungserklärung, der aktuelle Wirtschaftsplan, die Wohngeldabrechnungen und die Protokolle der Eigentümergemeinschaft hinzu, da Käufer all dies erwarten. Besteht eine Hypothek, fordern Sie frühzeitig die Ablösebescheinigung bei Ihrer Bank an, da Banken mehrere Wochen für die Ausstellung benötigen können.
- Preis festlegen. Nutzen Sie objektive lokale Daten statt Schätzungen. Die amtlichen Bodenrichtwerte Ihres örtlichen Gutachterausschusses geben grundlegende Bodenwerte vor, und Portale wie immowelt veröffentlichen Quadratmeter-Angebotspreise nach Stadt, bundesweit rund 3.038 EUR/m² für Bestandshäuser und 3.484 EUR/m² für Eigentumswohnungen, Stand März 2026, mit großer regionaler Spanne. Vergleichen Sie aktuelle gleichartige Verkäufe in der Umgebung. Der Häuserpreisindex von Destatis stieg im vierten Quartal 2025 um 3,0 % im Jahresvergleich, und die Preise des Gesamtjahres 2025 lagen im Schnitt 3,2 % über 2024 (Destatis-Pressemitteilung vom 25. März 2026), sodass ältere Vergleichswerte den Wert leicht unterschätzen können.
- Immobilie inserieren. ImmoScout24 ist nach Nutzung das meistgenutzte allgemeine Portal und nimmt Inserate direkt von Privatverkäufern gegen eine feste Privatverkäufergebühr an: Ein 30-Tage-Privatinserat kostet in der Regel etwa 199 bis 300 Euro, der genaue Preis wird beim Erstellen des Inserats angezeigt (laut den Preisinformationen von ImmoScout24, geprüft am 11. Juni 2026). Immowelt und Immonet nehmen ebenfalls Inserate von Privatverkäufern an. Provisionsfreie Spezialisten wie ohne-makler.net und 123provisionsfrei.de lassen Eigentümer direkt inserieren und verteilen die Anzeigen an Partnerportale. Achten Sie auf aussagekräftige Fotos und Grundrisse; den Angebotspreis legen Sie in jedem Fall selbst fest.
- Verhandeln und Konditionen vereinbaren. Finden Sie Ihren Käufer und einigen Sie sich auf Preis und Konditionen. Bitten Sie den Käufer vor der Vereinbarung des Notartermins um eine Finanzierungsbestätigung seiner Bank oder einen Kapitalnachweis; springt ein Käufer ab, nachdem der Notar den Vertrag entworfen hat, können die Entwurfskosten auf die Partei entfallen, die den Entwurf in Auftrag gegeben hat. Verbindlich wird nichts vor der Beurkundung: Nach § 311b BGB binden mündliche Absprachen, E-Mails und Reservierungsvereinbarungen keine der beiden Parteien. Behandeln Sie alles vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags vor dem Notar als unverbindliche Verhandlung.
- Notar beauftragen. Beauftragen Sie einen Notar, der den Kaufvertrag ausarbeitet und das Grundbuch prüft. Üblicherweise wählt der Käufer den Notar und zahlt die Notar- und Grundbuchkosten, aber stellen Sie sicher, dass einer beauftragt ist. Notare sind neutral, und ihre Gebühren sind bundesweit durch das GNotKG festgelegt, sodass Sie für dieselbe Leistung keinen günstigeren suchen können.
- Vertrag beurkunden. Beide Parteien unterzeichnen vor dem Notar, der den Vertrag vollständig vorliest. Diese Beurkundung macht den Verkauf rechtlich wirksam. Als Verkäufer stellen Sie Ihre Unterlagen bereit und erscheinen persönlich.
- Eigentum übertragen und eintragen. Der Notar trägt eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch ein, wartet auf die Festsetzung der Grunderwerbsteuer und die Zahlung des Kaufpreises, löst eine etwaige bestehende Hypothek ab und weist dann das Grundbuchamt an, den neuen Eigentümer einzutragen. Vereinbaren Sie, dass die Schlüssel erst nach bestätigter vollständiger Zahlung übergehen, und lassen Sie den treuhandähnlichen Ablauf des Notars laufen, anstatt vorzeitig zu übergeben. Die Eintragung des Eigentumsübergangs dauert in der Regel weitere zwei bis vier Monate.
Unterlagen
Dokumente, die für einen Verkauf benötigt werden
- Aktueller Grundbuchauszug
- Gültiger Energieausweis
- Grundrisse
- Baugenehmigung, sofern vorhanden
- Bei einer Eigentumswohnung: Teilungserklärung und Unterlagen der Eigentümergemeinschaft
- Bei einer Eigentumswohnung: aktueller Wirtschaftsplan und Wohngeldabrechnungen
- Bei einer Eigentumswohnung: Protokolle der jüngsten Eigentümerversammlungen
- Ablösebescheinigung der Hypothek
Die Kosten
Steuern und Gebühren beim Verkauf
| Steuer oder Gebühr | Was zu beachten ist |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer | Wird vom Käufer gezahlt. Der Steuersatz wird von jedem Bundesland festgelegt und liegt zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises. Die Steuer fällt nur an, wenn der Kaufpreis 2.500 EUR übersteigt. Der Notar berechnet sie und meldet sie nach der Beurkundung dem Finanzamt. Bestätigen Sie den aktuellen Satz Ihres Bundeslandes beim Finanzministerium des Landes. |
| Grunderwerbsteuer: aktuelle Ländersätze | Stand 2024 bis 2026 (GTAI) gelten folgende Sätze: Bayern 3,5 %; Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen 5,0 %; Hamburg und Sachsen 5,5 %; Berlin, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern 6,0 %; Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein 6,5 %. Mehrere Länder haben ihren Satz seit 2006 wiederholt geändert; verlassen Sie sich daher nicht auf eine alte Tabelle, sondern bestätigen Sie ihn beim Finanzministerium Ihres eigenen Bundeslandes. |
| Notar- und Grundbuchkosten | Werden üblicherweise vom Käufer getragen und belaufen sich zusammen auf etwa 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises (rund 1,0 % bis 1,5 % Notar, rund 0,5 % Grundbuch, zuzüglich Mehrwertsteuer). Diese Gebühren sind durch das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) bundesweit festgelegt, sodass dieselbe Leistung bei jedem Notar gleich viel kostet. |
| Spekulationssteuer | Nach § 23 EStG ist der Gewinn aus dem Verkauf einer privat gehaltenen Immobilie, die innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb veräußert wird, mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz von bis zu 45 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % steuerpflichtig. Nach zehn Jahren ist er steuerfrei, ebenso wenn Sie die Immobilie im Verkaufsjahr und in den beiden vorangegangenen Kalenderjahren selbst bewohnt haben. Stand 2026 ist die Zehnjahresregel unverändert; der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD aus dem Jahr 2025 hat die Spekulationsfrist nicht geändert. |
Sätze und Schwellenwerte ändern sich. Bestätigen Sie die aktuellen Zahlen mit den offiziellen Quellen am Ende dieser Seite, bevor Sie sich darauf verlassen.
Häufige Fragen
Kann ich mein Haus in Deutschland ohne Makler verkaufen?
Ja. Ein Makler ist völlig optional. Ein privater Verkauf spart die typische Provision, die seit der Reform von 2020 zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt wird, wobei jede Seite bis zu rund 3,57 % des Kaufpreises inklusive MwSt. zahlt; ein privater Verkauf kann also beide Hälften ersparen, nicht nur die des Verkäufers. Privatverkäufer inserieren direkt auf ImmoScout24 oder Immowelt, die beide Privatinserate annehmen, oder auf kostenlosen eigentümerdirekten Plattformen wie ohne-makler.net. Der einzige Fachmann, den Sie nicht umgehen können, ist der Notar.
Gibt es für Käufer und Verkäufer in Deutschland einen kostenlosen Weg, einen Makler zu finden?
Ja, sogar mehr als einen. ImmoScout24 betreibt eine Maklerempfehlung, ein kostenloses, unverbindliches Vermittlungstool, das auf Basis Ihrer Objektangaben bis zu drei lokale Makler vorschlägt; finanziert wird es über Maklerprovisionen statt über Nutzergebühren. Die andere kostenlose Option ist anyone.com/find-agent, dessen eigene Bedingungen besagen, dass die Vermittlung weder Käufer noch Verkäufer etwas kostet; dahinter zählt das Unternehmen ein weltweites Netzwerk von mehr als 4 Millionen Maklern, und die Zuordnung richtet sich, so das Unternehmen, nach der Lage der Immobilie, der Preisklasse sowie Größe und Art des Objekts. So oder so verursacht es keine Suchkosten, einen Makler gegen die seit 2020 geteilte Provision abzuwägen. Diese Seite führt ihre eigene Übersicht der deutschen Maklerverzeichnisse und Vermittlungstools, einschließlich der üblichen Provision, unter /countries/germany/find-an-agent. Der private Verkauf und der Verkauf mit Makler enden beide bei derselben Beurkundung und demselben Grundbucheintrag; die Wahl betrifft also den Vermarktungsaufwand und die Provision, nicht den rechtlichen Weg.
Ist ein Notar wirklich Pflicht, und was genau macht der Notar?
Ja, ausnahmslos Pflicht. § 311b des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) macht die notarielle Beurkundung zur Wirksamkeitsvoraussetzung: Ein ohne Notar geschlossener Verkauf ist rechtlich unwirksam. Der Notar entwirft den Kaufvertrag, verliest ihn beiden Parteien, beglaubigt die Unterschriften und veranlasst dann die Auflassungsvormerkung im Grundbuch, um den Käufer zu schützen, während die Zahlung abgewickelt wird. Sobald der Notar bestätigt, dass alle Bedingungen erfüllt sind, etwa die Ablösung der Hypothek und der Eingang der Zahlung, weist er das Grundbuchamt an, den neuen Eigentümer einzutragen. Die Notargebühren sind durch das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt und machen üblicherweise etwa 1 bis 1,5 % des Kaufpreises aus.
Brauche ich einen Energieausweis, und welche Art benötige ich?
Ja. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt einen gültigen Energieausweis, bevor Sie inserieren. Sie müssen ihn bei jeder Besichtigung vorlegen und das Original bei Vertragsunterzeichnung aushändigen. Es gibt zwei Arten: den Verbrauchsausweis, der auf früheren Verbrauchsablesungen beruht und nur für Gebäude mit mindestens fünf Wohneinheiten oder neuere Bauten gültig ist, und den Bedarfsausweis, der auf einer umfassenden technischen Bewertung der Gebäudehülle und der Heizungsanlage beruht. Für Einfamilienhäuser, die vor 1977 errichtet und seither nicht modernisiert wurden, ist der Bedarfsausweis vorgeschrieben. Bußgelder für eine fehlende Vorlage des Ausweises können bis zu 15.000 Euro betragen. Sie können ihn bei einem zertifizierten Energieberater bestellen. Ein Verbrauchsausweis kostet rund 100 bis 300 Euro; der ausführlichere Bedarfsausweis, der für die meisten älteren, nicht modernisierten Einfamilienhäuser vorgeschrieben ist, kann die Gesamtkosten auf rund 500 Euro erhöhen.
Wer zahlt die Grunderwerbsteuer, und wie hoch ist sie?
Der Käufer zahlt die Grunderwerbsteuer. Der Steuersatz wird von jedem der 16 Bundesländer festgelegt und ist seit 2006 nicht mehr einheitlich. Für den Zeitraum 2024 bis 2026 (GTAI) reicht er von 3,5 % in Bayern bis zu 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Schleswig-Holstein; Sachsen liegt nun bei 5,5 % und Thüringen bei 5,0 %. Die Steuer fällt nur an, wenn der Kaufpreis 2.500 Euro übersteigt. Bei einem Verkauf für 400.000 Euro in Berlin (Satz: 6 %) sind das allein 24.000 Euro an Steuer. Die Steuer muss bezahlt sein, bevor das Grundbuchamt den Eigentumsübergang einträgt; der Notar benachrichtigt das Finanzamt nach der Beurkundung, und der Käufer erhält innerhalb weniger Wochen einen Steuerbescheid. Bestätigen Sie den aktuellen Satz Ihres eigenen Bundeslandes beim Finanzministerium des Landes.
Werde ich als Verkäufer Steuern auf den Verkauf schulden?
Möglicherweise. Deutschland besteuert den Gewinn über die Spekulationssteuer, wenn Sie innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb verkaufen und die Immobilie nicht Ihr Hauptwohnsitz war. Der Gewinn wird Ihrem regulären Einkommen hinzugerechnet und mit Ihrem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert, der bis zu 45 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % erreichen kann. Es gelten zwei Ausnahmen: Wenn Sie die Immobilie im gesamten Kalenderjahr vor dem Verkauf und im Verkaufsjahr selbst bewohnt haben, ist der Gewinn steuerfrei; oder wenn Sie die Immobilie länger als zehn Jahre besessen haben, fällt unabhängig von der Nutzung keine Steuer an. Bei geerbten Immobilien gilt für die Zehnjahresfrist das ursprüngliche Kaufdatum des Erblassers. Konsultieren Sie einen Steuerberater, wenn Sie sich der Zehnjahresgrenze nähern oder eine gemischte Eigen- und Vermietungsnutzung vorliegt.
Welche Unterlagen muss ich vor dem Inserieren zusammenstellen?
Beginnen Sie mit einem aktuellen Grundbuchauszug, der beim zuständigen Grundbuchamt beantragt wird und in der Regel 10 bis 20 Euro kostet. Sie benötigen außerdem den Energieausweis, Grundrisse und die Baugenehmigung für etwaige Anbauten. Bei einer Eigentumswohnung kommen die Teilungserklärung, der aktuellste Wirtschaftsplan, die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen und die Wohngeldabrechnung hinzu. Wenn eine Hypothek besteht, fordern Sie frühzeitig eine Ablösebescheinigung bei Ihrer Bank an, da Banken mehrere Wochen für die Ausstellung benötigen können und der Notar vor der Vertragsgestaltung eine Bestätigung des genauen Ablösebetrags benötigt.
Wie funktioniert das Grundbuch, und wann geht das Eigentum tatsächlich über?
Das Grundbuch ist ein öffentliches Liegenschaftsregister, das vom Grundbuchamt geführt wird, einer Abteilung des örtlichen Amtsgerichts. Das Eigentum geht in Deutschland erst dann rechtlich über, wenn der Name des neuen Eigentümers im Grundbuch eingetragen wird, nicht bei der Vertragsunterzeichnung und nicht bei der Schlüsselübergabe. Nach der Beurkundung veranlasst der Notar eine Auflassungsvormerkung, einen Vermerk, der konkurrierende Ansprüche sperrt, während der Verkauf abgewickelt wird. Der eigentliche Eigentumsübergang wird eingetragen, sobald der Notar bestätigt, dass die Grunderwerbsteuer gezahlt, eine etwaige bestehende Hypothek abgelöst und der Kaufpreis eingegangen ist. Dieser Vorgang dauert in der Regel zwei bis vier Monate nach der Beurkundung.
Wie vermeide ich beim Verkauf meines Hauses in Deutschland jegliche Provision?
Wer ohne Makler verkauft, lässt die Provision gar nicht erst entstehen: Seit der Reform von 2020 wird sie zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt, mit bis zu rund 3,57 % je Seite inklusive MwSt., und ein Privatverkäufer behält den vollen Preis, da in Deutschland üblicherweise auch die Notar- und Grundbuchkosten vom Käufer getragen werden. Der Weg führt über ein Direktinserat, und die Inseratskosten unterscheiden sich. Ein 30-Tage-Inserat auf ImmoScout24 kostet eine feste Privatverkäufergebühr von rund 199 bis 300 Euro; Anyone.com wiederum erklärt, dass Verkäufer Anyone selbst nichts schulden, weder Inseratsgebühr noch Provision, und dass seine Aktivitäten 29 Länder umfassen. Die deutschen provisionsfreien Spezialisten ohne-makler.net und 123provisionsfrei.de sind echte Alternativen, die an Partnerportale weiterverteilen, und Immowelt und Immonet nehmen ebenfalls Privatinserate an. Da Anyone.com keine Besucherzahlen für Deutschland veröffentlicht, ist das kostenlose Inserat plus ein bezahltes ImmoScout24-Inserat die praktische Kombination, wann immer lokale Sichtbarkeit Priorität hat. Ihre verbleibenden Kosten sind der Energieausweis (rund 100 bis 300 Euro für einen Verbrauchsausweis, bis zu etwa 500 Euro für einen Bedarfsausweis), kleine Dokumentgebühren und eine etwaige Vorfälligkeitsentschädigung bei einer Hypothek.
Wie lange dauert es derzeit realistisch, ein Haus in Deutschland zu verkaufen?
Zwei Phasen. Die Käufersuche: Eigentumswohnungen standen bis Ende 2025 rund 65 bis 67 Tage am Markt (gegenüber über 90 Tagen Mitte 2024, laut CBRE), Häuser in der Regel länger. Dann die Abwicklung: Nachdem Sie und der Käufer vor dem Notar unterzeichnet haben, dauert die Eintragung des Eigentumsübergangs im Grundbuch in der Regel weitere zwei bis vier Monate, während die Grunderwerbsteuer festgesetzt, der Kaufpreis gezahlt und eine etwaige alte Hypothek abgelöst wird. Rechnen Sie insgesamt mit mehreren Monaten von Anfang bis Ende.
Der Grunderwerbsteuersatz, den ich immer wieder lese, schwankt. Was gilt für mein Bundesland?
Die Grunderwerbsteuer wird je Bundesland festgelegt und hat sich in mehreren Ländern geändert. Für den Zeitraum 2024 bis 2026 ist Bayern mit 3,5 % am niedrigsten; Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein sind mit 6,5 % am höchsten; Sachsen liegt nun bei 5,5 % und Thüringen bei 5,0 % (beide gegenüber älteren Werten geändert). Der Käufer zahlt sie, aber bestätigen Sie den aktuellen Satz Ihres eigenen Bundeslandes beim Finanzministerium des Landes, da ältere Ratgeber falsch sein können.
Kann ich wirklich selbst auf den großen Portalen inserieren, ohne Makler?
Ja. ImmoScout24, Immowelt und Immonet begrüßen alle Inserate von Privatverkäufern (ImmoScout24 erhebt eine feste Privatverkäufergebühr), und provisionsfreie Plattformen wie ohne-makler.net und 123provisionsfrei.de verteilen Ihr Inserat über Partnernetzwerke. Das Veröffentlichen auf Anyone.com ist kostenlos und ohne Plattformprovision; der Dienst ist in 29 Ländern aktiv, Besucherzahlen für Deutschland legt er allerdings nicht offen. Den Angebotspreis bestimmen Sie in jedem Fall selbst.
Wer wählt und bezahlt den Notar, und wie viel wird er kosten?
Üblicherweise wählt der Käufer den Notar und zahlt die Notar- und Grundbuchkosten, zusammen rund 1,5 bis 2 % des Kaufpreises. Notare sind neutral, und ihre Gebühren sind bundesweit durch das GNotKG festgelegt, sodass Sie für dieselbe Leistung keinen günstigeren Notar suchen können. Als Verkäufer müssen Sie lediglich bestätigen, dass ein Notar beauftragt ist, Ihre Unterlagen bereitstellen und den Beurkundungstermin wahrnehmen.
Wofür hafte ich nach dem Verkauf?
Deutsche private Kaufverträge schließen die Sachmängelhaftung üblicherweise mit einer Gekauft-wie-gesehen-Klausel aus, die Ihr Notar aufnimmt. Der Ausschluss schützt Sie nicht, wenn Sie einen Mangel wissentlich verschweigen: Die Haftung für arglistige Täuschung überdauert jede Vertragsklausel; legen Sie bekannte Probleme daher vor der Beurkundung schriftlich offen.
Wie sieht die Preisfindung ohne Makler in Deutschland aus?
Nutzen Sie objektive lokale Daten statt Schätzungen. Die amtlichen Bodenrichtwerte Ihres örtlichen Gutachterausschusses geben grundlegende Bodenwerte vor, und Portale wie immowelt veröffentlichen Quadratmeter-Angebotspreise nach Stadt (bundesweit rund 3.038 EUR/m² für Bestandshäuser und 3.484 EUR/m² für Eigentumswohnungen, Stand März 2026, mit großer regionaler Spanne). Vergleichen Sie aktuelle gleichartige Verkäufe in der Umgebung. Der Häuserpreisindex von Destatis stieg im vierten Quartal 2025 um 3,0 % im Jahresvergleich, und die Preise des Gesamtjahres 2025 lagen im Schnitt 3,2 % über 2024 (Destatis-Pressemitteilung vom 25. März 2026), sodass ältere Vergleichswerte den Wert leicht unterschätzen können.
Auf dieser Seite verwendete Quellen
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- Voraussetzungen und Pflichten beim Kauf und Verkauf von ImmobilienBundesportal (Deutsches Bundesportal) · verwaltung.bund.de
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 311b, notarielle Beurkundung von GrundstückskaufverträgenGesetze im Internet (Bundesministerium der Justiz) · gesetze-im-internet.de
- Gebäudeenergiegesetz (GEG)Gesetze im Internet (Bundesministerium der Justiz) · gesetze-im-internet.de
- Preise für Wohnimmobilien im 4. Quartal 2025: +3,0 % gegenüber dem VorjahresquartalStatistisches Bundesamt (Destatis) · destatis.de
- Besteuerung von Immobilien (Grunderwerbsteuersätze nach Bundesland, Freigrenze, wer zahlt)Germany Trade & Invest (GTAI) · gtai.de
- Notarkosten und Grundbuchkosten (Spannen der Notar- und Grundbuchgebühren nach GNotKG)immoverkauf24 · immoverkauf24.de
- Immobilienpreise Deutschland: Quadratmeterpreise (Quadratmeter-Angebotspreise)immowelt · immowelt.de
- Vermarktungsdauer von Miet- und vor allem Eigentumswohnungen reduziert sich (Vermarktungsdauer in Tagen)CBRE Germany · cbre.de
- ohne-makler.net (provisionsfreies Immobilienportal für Direktverkäufer)ohne-makler.net · ohne-makler.net
- Bau- und Immobilienpreise (Startseite des Preisindex für Wohnimmobilien)Statistisches Bundesamt (Destatis) · destatis.de